Projekte zum Thema Integration

„Deine Feuerwehr – Unsere Feuerwehr! Für ein offenes Miteinander“ und „Miteinander reden!“: In zwei Projekten befasste sich der Deutsche Feuerwehrverband von 2011 bis 2013 mit dem Thema Integration. Während das erste Projekt sich mit der Interkulturellen Öffnung beschäftigte, stand beim zweiten Projekt der Interkulturelle Dialog im Vordergrund. Beide Maßnahmen wurden durch den Europäischen Integrationsfonds gefördert; für die Verwaltung des Fonds ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig.

Kontakte fördern, interkulturelle Kompetenz stärken – dies waren die Kernpunkte der beiden Projekte. In Ideenwerkstätten wurden Schulungen erstellt, die dann für Feuerwehr-Führungskräfte und andere interessierte Feuerwehrangehörige in ganz Deutschland offen standen. Regionalkonferenzen vernetzten Feuerwehrangehörige mit Migrationshintergrund. Der Deutsche Feuerwehrverband gab sich ein Leitbild zur Interkulturellen Öffnung. Praxistipps teilten Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund. Im Rahmen des zweiten Projektes „Miteinander reden!“ wurde die Kommunikationskampagne „112 Feuerwehr – Willkommen bei uns.“ erstellt, die über das Feuerwehrwesen in Deutschland informiert, Engagementmöglichkeiten aufzeigt und Brandschutztipps gibt.

Hintergrund

Grundsätzlich sollten die Feuerwehren einen Querschnitt der Bevölkerung darstellen, die sie beschützen. Bisher zeigt sich die Feuerwehr jedoch eher monokulturell: der klassische Feuerwehrangehörige ist männlich und ohne Migrationshintergrund. Besonders stark ausgeprägt zeigt sich die Monokultur im Bereich der geringen Vielfalt der ethnischen Hintergründe, die Feuerwehrangehörige mitbringen.

Bislang liegen keinerlei statistisch belastbare Zahlen zum Anteil von Migrantinnen und Migranten in den Feuerwehren auf bundesweiter Ebene vor. Die Studie „Freiwilliges Engagement in Deutschland 1999 – 2004“ beziffert den Anteil der in der Feuerwehr und den Rettungsdiensten engagierten Migrantinnen und Migranten auf ein Prozent, wobei jedoch nicht zwischen Feuerwehren und Rettungsdiensten differenziert wird.

Hinsichtlich ihres Engagements in den Feuerwehren sind demnach Migrantinnen und Migranten noch sehr stark unterrepräsentiert. Für mehr als 99 Prozent der Migrantinnen und Migranten ist die Feuerwehr also eine unbekannte Organisation, mit der sie zudem nur in Schadensfällen und persönlichen Notsituation konfrontiert sind.

Materialien als Hilfestellung zur interkulturellen Öffnung

Schulungsmaterial für Multiplikator(inn)en



Das Schulungsmaterial stellt eine Anleitung zur praktischen Herangehensweise an das Thema dar. Das Heft soll all jene unterstützen, die das Thema aktiv in ihren Wehren ansprechen wollen. Es bietet durch Methoden, Fragestellungen und Diskussionsansätze alltagstaugliche und anwendungsorientierte Anregungen. Das Schulungsmaterial basiert auf den Erfahrungen, die der Deutsche Feuerwehrverband in dem vorangegangenen EU-Projekt ADDRESS gesammelt hat und wurde bundesweit bereits durch Pilotschulungen erprobt. Im Rahmen des zweiten Projekts, „Miteinander reden“, wurde es um ein neues Kapitel „Interkultureller Dialog und Konfliktmanagement“ ergänzt.

Das Schulungsmaterial gibt es hier zum Download.




Handreichung: Leitlinien und Leitfaden zur interkulturellen Öffnung

Die Handreichung entstand in zwei Ideenwerkstätten, an denen Feuerwehrangehörige mit und ohne Migrationshintergrund aus ganz Deutschland gemeinsam mit Führungskräften des DFV teilgenommen haben. Sie besteht aus zwei Komponenten: dem Leitbild und dem Leitfaden.

  • Das Leitbild zeigt, was interkulturelle Öffnung für die Feuerwehren bedeutet und erfordert; was ihre Chancen sind und warum sich die Feuerwehren interessierten Menschen mit Migrationshintergrund nicht verschließen dürfen.
  • Der Leitfaden gibt Tipps zur konkreten Umsetzung im Alltag. Praxisgerecht und mit Beispielen aus ganz Deutschland werden hier mögliche Partner der Feuerwehren aufgezeigt, Veranstaltungskonzepte dargestellt und „Fettnäpfchen“ identifiziert.

Die komplette Handreichung gibt es hier zum Download.

„Miteinander Brücken bauen – Praxistipps für den interkulturellen Dialog im Feuerwehralltag“

Von Feuerwehrangehörigen war der Wunsch geäußert worden, konkrete Empfehlungen zum Thema interkultureller Dialog zu erhalten. Die Frage, wie die Kommunikation zur interkulturellen Öffnung vor Ort erfolgen kann, hat den Bedarf einer praxisnahen Handreichung verdeutlicht.

Die Handreichung „Miteinander Brücken bauen“ ergänzt die bereits erarbeiteten Materialien um Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen. Anhand von praktischen Beispielen aus dem Feuerwehralltag sollen Erfahrungen von Feuerwehrangehörigen vermittelt werden, was interkultureller Dialog bedeutet, welche Bedeutung dieser hat und welche Empfehlungen für den Feuerwehralltag sich praxisnah ableiten lassen.

Die Handreichung gibt es hier zum Download.

Leitbild des DFV zur interkulturellen Öffnung

Das Leitbild zur Interkulturellen Öffnung umfasst sieben formulierte Leitsätze, die das Selbstverständnis von Feuerwehren in diesem Prozess darstellen. Um auch internationale Muttersprachler zu erreichen, stellen wir hier das Leitbild in verschiedenen Sprachen zur Verfügung: Deutsch, Griechisch, Kroatisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.