Feuerwehr-Präsident fordert Hilfspflicht für Gaffer

Einsatzleiter sollen Schaulustige beim Hochwasser zum Dienst heranziehen

Berlin – Katastrophentouristen beim Hochwasser sollen beim Füllen von Sandsäcken helfen oder andere, dringend notwendige Hilfsdienste verrichten. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) appelliert an die Einsatzleiter vor Ort, Schaulustige gegebenenfalls zu solchen Arbeiten heranzuziehen.

„Dafür geben sowohl die Brandschutzgesetze der Länder als auch die Landeskatastrophenschutzgesetze die rechtliche Grundlage her. Jeder Einsatzleiter kann jede mindestens 16 Jahre alte Person zur persönlichen Hilfeleistung bei Not- und Unglücksfällen und bei der Bekämpfung von Katastrophen zur Mithilfe verpflichten. Das ist in diesem Falle eine doppelt wirksame Maßnahme: Die Zahl der Helfer nimmt zu, die der Gaffer ab und damit auch die Behinderung unserer Arbeit“, erläutert DFV-Präsident Hans-Peter Kröger.

„Katastrophentourismus ist ein ernst zu nehmendes Problem. Schaulustige blockieren mit ihren Autos Zufahrtsstraßen und Aufstellplätze, stehen Einsatzkräften im Weg, beeinträchtigen die Sicherheit von Deichen und bringen sich auch selbst in Gefahr. Dies bindet weitere Einsatzkräfte, die woanders dringend gebraucht werden“, erklärt der Feuerwehr-Präsident weiter.

Der Deutsche Feuerwehrverband zeigt sich dagegen erfreut über die große Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in den Flutgebieten freiwillig zur Mithilfe gemeldet haben. Kröger: „Das ist echter Bürgersinn, den wir in den Alltag herüberretten sollten. Die große Solidarität zeigt, dass ehrenamtliches Engagement in den Feuerwehren alles andere als out ist.“