Inklusion: „Feuerwehr hilft ohne Wenn und Aber!“

Paralympic-Siegerin Kirsten Bruhn im DFV-Beirat / Dr. Hans-Peter Friedrich geehrt

Berlin – „Spontane Hilfe ohne Vorbehalt, ohne Wenn und Aber – das ist Inklusion, die in der Feuerwehr selbstverständlich ist“, lobte Kirsten Bruhn, dreifache Goldmedaillengewinnerin der Paralympischen Spiele, Welt- und Europameisterin, das Engagement der Feuerwehren in Deutschland. Die Schwimmerin berichtete im Beirat des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) in Berlin von ihren Erfahrungen mit der Einbeziehung von Menschen mit Behinderung.

Barrierefreiheit bedeute nicht, Rampen zu installieren, sondern Menschen mit ihren Fähigkeiten zu akzeptieren, appellierte Bruhn. Wie Rahmenbedingungen angepasst und Inklusion gelebt werden können, berichteten die Landesverbandschefs Frank Hachemer (Rheinland-Pfalz) und Detlef Radtke (Schleswig-Holstein). „Fälle, in denen Menschen mit Behinderung anderen helfen können, geben eine irre Energie!“, erklärte Kirsten Bruhn.

„Wir dürfen Menschen mit Handicap nicht zu Behinderten machen, sondern müssen einen Blick dafür entwickeln, wie man Barrieren aus dem Weg räumen kann – wie auch im Einsatzalltag der Feuerwehren!“, forderte Claudia Crawford auf. Die ehemalige Bundesministerin ist Vorsitzende des DFV-Beirats.

Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz für Dr. Hans-Peter Friedrich

Gemeinsam mit DFV-Präsident Hans-Peter Kröger überreichte Claudia Crawford im Rahmen der Beiratssitzung das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold an den ehemaligen Bundesminister des Innern, Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB. „Sie haben sich seit Langem für die Feuerwehren eingesetzt – etwa im Bereich des Feuerwehr-Führerscheins und des ehrenamtlichen Engagements im Katastrophenschutz“, erklärte Kröger in seiner Laudatio. Friedrich bezeichnete die Feuerwehr als „Kernbestandteil der Ehrenamtskultur in unserem Land“. Die öffentliche Hand habe eine Verpflichtung, diesen Einsatz zu unterstützen – auch finanziell.

Aktuelle Entwicklungen bei Katastrophenschutz und Datenfunk beleuchtet

Peter Grüßner, Vorsitzender des Arbeitskreises V der Innenministerkonferenz, berichtete von aktuellen Entwicklungen im Katastrophenschutz auf EU-Ebene. Die unterschiedlichen Ansätze einer stehenden Katastrophenschutztruppe im Gegensatz zum Vorsorgegedanken hatten auch die Diskussion bei der Eröffnung des Europabüros des Deutschen Feuerwehrverbandes in Brüssel bestimmt. „Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken, wie weit die EU schon in unsere Bereiche hineinreicht!“, erklärte Grüßner.

Von den zukünftigen Breitbandfrequenzen für die Sicherheitsbehörden in Europa berichtete Peter Damerau, Vorstandsvorsitzender Professioneller Mobilfunk. Neue und innovative Anwendungen wie Geodaten-Übertragung, Verkehrsinformation, Videodaten benötigten eine sehr hohe Bandbreite. Damerau wies auf mögliche Probleme mit zukünftig zu geringer Bandbreite hin.

Hintergrund:


Den Beirat des Verbandes bilden Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Zu ihnen zählen auch die Mitglieder des Förderkreises des DFV unter dem Vorsitz von Prof. Albert Jugel. Sie beraten den DFV, stellen Kontakte her und unterstützen insbesondere Projekte. Die Beiratsmitglieder erweitern das Netzwerk zur Verbesserung der Sicherheit und Gefahrenabwehr, geben dem Verband eine Stimme im Politikbetrieb und sind Ideenschmiede und Katalysator zugleich. Weitere Informationen online: www.feuerwehrverband.de/beirat.html.