Bundesinnenministerium fördert Feuerwehrprojekte

„Zusammenhalt durch Teilhabe“ nun auch in vier westdeutschen Verbänden

Berlin – „Die Feuerwehr ist eine der Keimzellen der Demokratiebewegung. Diese jahrhundertealte Tradition setzen wir hiermit konsequent fort“, erklärte Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), anlässlich der Auftaktveranstaltung zur bundesweiten Förderung im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ im Bundesministerium des Innern. Die Landesfeuerwehrverbände Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein erhalten nun gezielte Unterstützung für ihre Projekte zur Demokratieentwicklung.

„Gesellschaftspolitische Herausforderungen fordern das Engagement aller ehrenamtlichen Kräfte. Dieses Engagement möchte ich weiter stärken, damit unsere Vereinsstrukturen in Zeiten besonderer Anstrengungen nicht aus dem Gleichgewicht geraten“, bekräftigte Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière. Er lobte die ehrenamtlich in der Feuerwehr engagierten Menschen als Akteure zivilgesellschaftlicher Organisationen: „Sie haben in den letzten Monaten bei der Aufnahme von Flüchtlingen in beeindruckender Weise gezeigt, wie Sie unsere Gesellschaft und den Zusammenhalt in ihr prägen und gestalten.“

Insgesamt werden nun 13 Projekte aus den Bereichen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Sport in den alten Bundesländern mit je bis zu 100.000 Euro jährlich gefördert. „Wir wollen zeigen, wie Demokratie durch Integration in allen Gesellschaftsschichten gelebt wird. Unterstützt durch Multiplikatoren werden wir an Leuchtturmprojekten zeigen, wie dies vor Ort aussehen kann“, berichtete Ralf Ackermann, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Hessen und DFV-Vizepräsident, von der konkreten Projektplanung. „Feuerwehr – Gemeinsam in die Zukunft“ in Hessen, „Vielfalt ist unsere Stärke – Deine FEUERWEHR!“ in Niedersachsen, „Heimat – Menschen – Vielfalt – Feuerwehr!“ in Rheinland Pfalz sowie „Mit den Menschen für die Menschen im Land“ in Schleswig-Holstein lauten die Titel der vier neuen Verbandsprojekte.

Das Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Bundesministeriums des Innern war seit 2010 auf ländliche und strukturschwache Regionen Ostdeutschlands konzentriert gewesen. Hier waren bereits alle Landesfeuerwehrverbände der Flächenstaaten mit Projekten beteiligt: „Ohne Blaulicht“ in Brandenburg, „FunkstoFF – Für die Zukunft der Feuerwehr“ in Mecklenburg-Vorpommern, „Handeln, bevor es brennt!“ in Sachsen, „Teil werden – Teil haben – Teil sein“ in Sachsen-Anhalt sowie „Einmischen, Mitmachen, Verantwortung übernehmen“ in Thüringen.

„Wir haben Strukturen aufgebaut und Instrumente entwickelt, um mit Konflikten, Fragestellungen und Problemen umzugehen und Hilfe zur Selbsthilfe in den Freiwilligen Feuerwehren zu geben“, resümierte Lars Oschmann, Vorsitzender des Thüringer Feuerwehr-Verbandes und DFV-Vizepräsident, die aktuellen Erfahrungen mit dem Projekt. Die Deutsche Jugendfeuerwehr vernetzt die bestehenden Länderprojekte und betreut den fachlichen Austausch.

Zusammenhalt durch Teilhabe

„Mit dem Geld wollen die Engagierten in ihren Organisationen auch über die aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit Flucht und Asyl informieren, eine sachliche und konstruktive Diskussion anstoßen und aktiv für ein tolerantes und offenes Vereinsleben werben“, erläutert das Bundesministerium des Innern. Das jährliche Fördervolumen des Bundesprogramms wird 2016 mit Mitteln des Asylpakets von sechs auf zwölf Millionen Euro aufgestockt. Ab 2017 soll eine offene Ausschreibung für das gesamte Bundesgebiet erfolgen. Weitere Informationen gibt es unter www.zusammenhalt-durch-teilhabe.de.