Nach Gewitterfront: NRW setzt auf Überlandhilfe

Feuerwehrverband hält Bundesfahrzeuge bei großen Lagen für unverzichtbar

Berlin – Nach Durchzug der folgenschweren Gewitterfront in der vergangenen Nacht befinden sich die Feuerwehren vielerorts immer noch im Einsatz. Tausende Angehörige, überwiegend der Freiwilligen Feuerwehren, waren in den betroffenen Bundesländern in Rettungs- und Löscharbeiten eingebunden oder sind noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

In Nordrhein-Westfalen sind die Schäden so gravierend, dass die Feuerwehren geschlossene Verbände des Katastrophenschutzes zur Unterstützung einsetzen, auch aus anderen Landesteilen. „Innerhalb des Landes wurden bisher rund 1.000 Feuerwehrangehörige alarmiert, um in den besonders betroffenen Städten Düsseldorf und Essen sowie im Kreis Mettmann die örtlichen Kräfte zu unterstützen. Diese Bezirksfeuerwehrbereitschaften sind ein wichtiges Instrument, um der Lage schnell wieder Herr zu werden“, sagt Stephan Neuhoff, der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen (VdF NRW). „Wir danken insbesondere allen Arbeitgebern, die Ehrenamtliche auch für Einsätze außerhalb ihrer Region freistellen.“

Zukunft der Bundesfahrzeuge ist Thema der Innenministerkonferenz in Bonn

Diese so genannten Bezirksfeuerwehrbereitschaften nutzen auch Zivilschutzfahrzeuge des Bundes, die von den kommunalen Feuerwehren personell besetzt werden. Die Bundesfahrzeuge bei den Feuerwehren kommen, genauso wie das Technische Hilfswerk, bei flächendeckenden Schadenslagen im ganzen Bundesgebiet zum Einsatz.

„Am Donnerstag dieser Woche soll bei der Innenministerkonferenz in Bonn beraten werden, ob und in welchem Umfang der Bund den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern weiterhin Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Wir lehnen die geplanten Kürzungen des Bundes bei der Beschaffung von Zivilschutzfahrzeugen strikt ab und sehen die Überalterung des Fahrzeugbestandes mit großer Sorge“, sagt Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

„Bund, Länder und Kommunen müssen beim Bevölkerungsschutz Hand in Hand arbeiten. Sonst lassen sich Katastrophen wie die der vergangenen Nacht nicht bewältigen“, bekräftigt Feuerwehr-Präsident Kröger.