Wettbewerbe in Villach: Das sind die Disziplinen

Traditioneller Wettbewerb, Sportwettkampf und Jugendbewerbe kurz erklärt

Villach – Finnland oder Frankreich, Belgien oder Bulgarien, Dänemark oder Deutschland: Die insgesamt knapp 2.500 Wettbewerber bei der CTIF-Olympiade im österreichischen Villach unterscheiden sich nicht durch Sprache oder Herkunft, sondern durch die Kleidung, in der sie den Platz betreten. Feuerwehruniform, Sicherheitsgurt und Helm werden beim „Traditionellen Internationalen Feuerwehrwettbewerb“ getragen. Die Sportwettkämpfer treten im windschnittigen Dress an; nur wer beim Staffellauf den Feuerlöscher bedient, ist mit Feuerschutzkleidung ausgerüstet. Der internationale Nachwuchs startet in Jugendfeuerwehruniform.

Der Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerb besteht aus zwei Teilen: Beim 400-Meter-Staffellauf müssen die acht Mitglieder jeweils 50 Meter zurücklegen und Hindernisse wie einen Schwebebalken und eine Wand bewältigen und eine lange Röhre durchqueren. Zudem muss das Staffelholz – in diesem Fall ein Strahlrohr – korrekt übergeben werden. Fehler wie beispielsweise in sich verdrehte Schläuche oder falsche Handgriffe wirken sich negativ auf die Endzeit aus. Beim Löschangriff werden in Windeseile Saug- und Druckschläuche verlegt – bei den schnellsten Teams dauert dies gut 35 Sekunden. Im Traditionellen Internationalen Feuerwehrwettbewerb ist Deutschland mit 13 Mannschaften und damit 130 Personen vertreten. Teams, deren Mitglieder alle über 30 Jahre alt sind, starten hier in der Wertungsgruppe B.

Bei den Sportwettbewerben wird zwischen Mannschafts- und Einzeldisziplinen unterschieden. Einzeldisziplinen sind die 100 Meter Hindernisbahn und das spektakuläre Hakenleitersteigen bis ins dritte Obergeschoss. Innerhalb knapp 15 Sekunden legen die Feuerwehrleute rund 35 Meter Laufstrecke zurück und er-klimmen den 10,85 Meter hohen Turm. Nach jedem Stockwerk muss die Haken-leiter hochgezogen und im nächsten Stockwerk eingehängt werden.

Zu den Mannschaftsdisziplinen der Sportwettbewerbe gehören die 4x100 Meter-Hindernisstaffel sowie der Löschangriff nass. Der Aufbau des Löschangriffs ist angelehnt an einen realen Feuerwehreinsatz: Über eine Saugleitung muss Wasser zur Pumpe gelangen und von dort über drei B-Leitungen und zwei Angriffsleitungen mit einem C-Strahlrohr auf eine Zielscheibe gespritzt werden – und das alles binnen rund 25 Sekunden. Der Angriffstrupp muss hierbei sprichwörtlich mit dem Wasser „um die Wette“ rennen, weil der Maschinist bereits Wasser auf die Leitungen gibt, obwohl die Leitungen noch nicht vollständig verlegt sind. Im Internationalen Feuerwehr-Sportwettkampf ist Deutschland mit sechs Teams und damit 78 Wettbewerbern vertreten.

Bei der Jugendfeuerwehr wird es zwar nicht nass, aber Schläuche ausrollen und kuppeln steht auch hier auf dem Programm: Die Jugendlichen müssen einen mit Hindernissen versehenen Löschangriff aufbauen. Anschließend zeigen sie mit diversen Knoten noch weitere Feuerwehrkenntnisse. Hier ist Deutschland mit zwei Gruppen à zehn Jugendlichen vertreten.

Bei allen Wettbewerben zählt die schnellste Zeit; zudem überwachen zahlreiche Wertungsrichter mit Argusaugen die korrekte Durchführung der Aufgaben. Für Abweichungen von den vorgeschriebenen Abläufen werden Fehlerpunkte in Form von Zeitabzügen verteilt. Deutschland stellt mit 36 Wertungsrichtern eines der größten Kontingente.

Der Deutsche Feuerwehrverband berichtet unter anderem auf Facebook und Twitter unter #Villachonfire über die 16. Internationale Feuerwehrwettbewerbe des Weltfeuerwehrverbandes CTIF. Aktuelle Informationen gibt es online unter www.villachonfire.at.