Der Start in ein neues Jahrzehnt

Mit Zusammenarbeit, Demokratie und Respekt großen Herausforderungen stellen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind vor wenigen Wochen nicht nur in ein neues Jahr gestartet. Es ist auch ein neues Jahrzehnt angebrochen – verbunden mit sehr vielen neuen und bestehenden Herausforderungen, denen wir uns in der Gesellschaft stellen müssen.

Hierzu zählen beispielsweise Gewalt und bewaffnete und unbewaffnete Konflikte auf der ganzen Welt, der Klimawandel und seine immensen Folgen sowie Migrationen in einem riesigen Ausmaß. Diese Herausforderungen gehen uns alle an – auch und insbesondere in den Feuerwehren und den weiteren Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

Zur Erinnerung: In den deutschen Feuerwehren engagieren sich über eine Million Menschen für Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz; rund 95 Prozent von ihnen ehrenamtlich.

Für den Deutschen Feuerwehrverband und die Feuerwehren bundesweit sind die richtigen Maßnahmen in Bezug auf den Klimawandel extrem wichtig. Mit den Folgen kämpfen die Kameradinnen und Kameraden allerorts. Sie werden bei verheerenden Waldbränden, Sturzfluten und Hochwasser sowie starken Sturmereignissen gefordert. Hier gehen viele Einsatzkräfte an ihre Grenzen und darüber hinaus.

Wir brauchen eine starke und verlässliche Zusammenarbeit, um die Feuerwehren und alle Helferinnen und Helfer in diesem Bereich deutlich besser zu unterstützen.

Darüber wollen wir mit Ihnen unter anderem beim 29. Deutschen Feuerwehrtag vom 15. bis 20. Juni 2020 in Hannover sprechen. Wir freuen uns auf den Austausch in dieser Woche auf und am Rande der Weltleitmesse INTERSCHUTZ.

Nach wie vor beschäftigt die Feuerwehrleute und Rettungskräfte bundesweit die Respektlosigkeit ihnen gegenüber, die bis hin zu Gewalt reicht. Trotz aller Maßnahmen und Appelle in den letzten Jahren hat sich der Umgang mit denen, die rund um die Uhr für ihre Mitmenschen in den Einsatz gehen, nicht geändert. Wir erneuern immer und immer wieder unseren Aufruf: Gewalt geht gar nicht!

Ebenso gehören beispielsweise die spürbaren rechtsnationalen Tendenzen und die Zunahme von Gewalt und Hass zu den aktuellen Herausforderungen, die uns alle angehen. Da brennt gerade etwas an! Fremdenfeindlichkeit macht sich stärker breit als in den letzten Jahrzehnten. Rechtspopulismus verschwimmt immer mehr in seinen Grenzen zum Rechtsextremismus.

Als Deutscher Feuerwehrverband setzen wir ein sehr deutliches Signal gegen Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus in jeder Form.

Die außergewöhnliche Hilfsbereitschaft der Feuerwehren ist geprägt von Offenheit und Toleranz. Ohne diese Werte wären Einsatzdienst und auch das Miteinander in den Feuerwehren und ihren Nachwuchsabteilungen nicht möglich.

Der Deutsche Feuerwehrverband fördert dieses offene Miteinander in den Feuerwehren, Jugendfeuerwehren und Kindergruppen seit Jahrzehnten mit Kampagnen und Konzepten zu Schwerpunktthemen: Vielfalt und Interkulturelle Öffnung, Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderungen, Förderung der Frauen in den Feuerwehren und keine Gewalt gegen Einsatzkräfte. Eine eminent wichtige Rolle spielt die Demokratieförderung – unter anderem durch die Projekte im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“. Sie reichen von strukturellen Prozessen bis hin zu konkreter Antirassismusarbeit.

Diese Schwerpunkte verdeutlichen die klare Haltung des Deutschen Feuerwehrverbandes für Demokratie und Toleranz – und lassen keinen Platz für Populismus und Extremismus!

Auch verbandsintern stellt sich der Deutsche Feuerwehrverband besonderen Herausforderungen. Neben der Organisation des Deutschen Feuerwehrtages gilt es, gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden die demokratischen Prozesse und Beteiligungsstrukturen im Verband zu überprüfen und zu stärken. Hierfür treffen sich die Mitglieder des Präsidiums mit den Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsverbände in den nächsten Monaten sehr regelmäßig.

Die Debatten zu verbesserten Strukturen im DFV führen wir demokratisch und mit großem gegenseitigen Respekt. Sie sind für uns ein wichtiger Schwerpunkt im Jahr 2020 und darüber hinaus, um die Weichen für dieses Jahrzehnt zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Hermann Schreck
Vizepräsident