MENSCH Feuerwehr

„Menschen ändern sich, Feuerwehr ändert sich – daher müssen wir die Zukunft ganzheitlich betrachten“, erklärt Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), zum Arbeitsfeld „MENSCH Feuerwehr“. 

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beschäftigt sich der DFV bis Ende 2019 mit der Vielfalt in den Feuerwehren. „Wir wollen die interkulturelle Öffnung weiter vorantreiben und uns dazu den Menschen nähern, deren Engagement die Feuerwehr noch diverser machen kann“, erläuterte der DFV-Präsident im Rahmen der Auftaktveranstaltung in Berlin.

Ziele des Bundesprogramms Demokratie leben! - Für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Mit­­einander

Zahlreiche Initiativen, Vereine und engagierte Bürgerinnen und Bürgern in ganz Deutschland setzen sich tagtäglich für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander ein. Bei dieser wichtigen Arbeit unterstützt sie das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Zu den Zielgruppen des Bundesprogramms gehören insbesondere Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Familienangehörige und Bezugspersonen, aber auch ehren-, neben- und hauptamtlich in der Jugendhilfe Tätige, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure. „Demokratie leben!“ ist zudem ein zentraler Baustein der „Strategie der Bundesregierung zur Extremismusprävention und Demokratieförderung“. Weitere Informationen zu den Bundesprogrammen zur Demokratieförderung und Extremismusprävention befinden sich in dem „Bericht der Bundesregierung über Arbeit und Wirksamkeit der Bundesprogramme zur Extremismusprävention“. Der Bildungsträger Camino wurde vom Bundesprogramm beauftragt, Elemente des Projektes MENSCH Feuerwehr zu evaluieren. Zu Beginn wurde vom Caminoteam dafür ein Steckbrief erstellt.

Ziele von MENSCH Feuerwehr

Feuerwehren sind ein Ort des gemeinsamen Lernens, der Wertevermittlung und des bürgerschaftlichen Engagements. Da die Bundesrepublik ein Einwanderungsland ist, steht auch die Feuerwehr vor der Herausforderung, neue Zielgruppen für die wichtige Feuerwehrarbeit zu begeistern. Junge Migrantinnen und Migranten jeden Alters sowie unterrepräsentierte Gruppen wie Frauen und Menschen mit Behinderung sollen noch stärker in die Feuerwehrarbeit integriert werden. 

Zur Bewältigung dieser Aufgabe werden für das Feuerwehrwesen ergänzende Bildungsangebote entwickelt. Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung stehen dabei im Vordergrund. Ziel ist die interkulturelle Öffnung des Feuerwehrwesens. Schwerpunktmäßig können Feuerwehren aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland sowie interessierte Feuerwehren in Großstädten die Angebote nutzen. An bundesweiten Veranstaltungen können Feuerwehrangehörige aus ganz Deutschland teilnehmen.

Inhalte von MENSCH Feuerwehr

1. Angebote zur Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung in der MENSCH Feuerwehr-Akademie

2. Öffentlichkeitsarbeit zu den Aktivitäten des Verbandes im Bereich der Interkulturellen Öffnung

3. Wanderausstellung über die vielfältigen MENSCHen und deren Aufgaben in der Feuerwehr

Informationen zur Ausstellung und den Filmen über MENSCHen in der Feuerwehr finden Sie hier.

Der Projektfilm ist hier zu sehen:

 

Außerdem wurden exemplarisch kurze Einzelvideoportraits erstellt.

Die Hauptzielgruppe in den Feuerwehren sind junge Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der (Jugend-)Feuerwehrarbeit sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die die künftige Ausrichtung der Feuerwehrarbeit verantworten werden. Für das Feuerwehrwesen ist die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund eine Herausforderung, der es sich seit Jahren stellt. 

Kooperationen

Mit Verbandsgremien wird in der Planung und Durchführung zusammengearbeitet. Vielfältige Kooperationspartnerinnen und -partner bringen ihr Knowhow ein. Dazu gehören unter anderem das Pressenetzwerk für Jugendthemen, das Netzwerk für Demokratie und Courage (wissenschaftliche Begleitung von Bildungsangeboten) das Deutsche Feuerwehr-Museum Fulda, UNHCR, das Projekt BEIspielhaft-Bildung-Engagement-Integration bei der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit, der Zentralrat der Muslime in Deutschland, die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. und Expertinnen und Experten aus dem europäischen Ausland.

Auch Orhan Bekyigit, Fachberater für Integration im DFV, begleitet das Vorhaben. Der Deutsche türkischer Herkunft weiß aus eigener Erfahrung um die Herausforderungen, die einen Migranten in der Feuerwehr erwarten. Er sah dies jedoch immer als Chance und hat so die Feuerwehr zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens gemacht.

Eine Zusammenstellung von hilfreichen Informationen und Handreichungen im Themenfeld finden Sie hier.

MENSCH Feuerwehr unterstützt die Initiative des DFV: Unsere Einsatzkräfte – unsere Sicherheit! Nein zur Gewalt gegen Feuerwehrangehörige

„Fast jeden Tag werden in Deutschland Feuerwehrangehörige im Einsatz tätlich oder verbal angegriffen und in ihrer Arbeit behindert. Die Zahl der Übergriffe nimmt dabei seit Jahren zu und hat längst ein inakzeptables Maß erreicht. Diesen Zustand finden wir unhaltbar“, erklärt das Präsidium des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) in seinem Positionspapier „Unsere Einsatzkräfte – unsere Sicherheit! Nein zur Gewalt gegen Feuerwehrangehörige“. Um die Gewalt gegen Einsatzkräfte stärker in den Fokus der Politik, der Medien und der Gesellschaft zu rücken, identifizierte der DFV zunächst fünf Bereiche, zu denen konkrete Maßnahmen ergriffen werden sollen: Prävention, Information, Wertschätzung, Strafverfolgung und Nachsorge. "Die Delegiertenversammlung als unser höchstes Verbandsorgan soll hierzu mit einer Resolution Stellung beziehen", erklärt DFV-Vizepräsident Lars Oschmann und ruft zur Mitarbeit auf: "An der Entwicklung dieses Papiers können sich alle Feuerwehrangehörigen beteiligen - das Thema geht schließlich alle an." Basierend auf dem aktuellen Positionspapier, das unter www.feuerwehrverband.de/keinegewalt.html abrufbar ist, können Feuerwehrangehörige ihre Ideen für Maßnahmen zu den fünf identifizierten Bereichen beisteuern. Wer bis zum 28. Mai 2018 seine Vorschläge per E-Mail an die Adresse keinegewalt@dfv.org sendet, trägt zur Gestaltung der Resolution bei, zudem wird eine Aufnahme der Anregungen in Betracht gezogen.

Das MENSCH Feuerwehr Projektteam besteht aus Steffi Bergmann und Christoph Klapproth.