Vielfalt in der Feuerwehr
Gemeinsame Erklärung für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft (2024)
Anlässlich des 75. Jubiläums des Grundgesetzes sowie des Deutschen Diversity-Tages 2024 veröffentlichen der Deutsche Feuerwehrverband e.V., der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V., die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V., die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und der Malteser Hilfsdienst e.V. gemeinsam eine Erklärung, in der sie sich für Demokratie und Vielfalt in der deutschen Gesellschaft aussprechen. Hier finden Sie den vollständigen Text der Erklärung.
Außerdem veröffentlicht die Zeitschrift der Deutschen Jugendfeuerwehr „Lauffeuer“ in ihrer Ausgabe 06/2024 Texte zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt in den Feuerwehren: Lauffeuer-Ausgaben
„Die Feuerwehr ist ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur innerhalb unserer Demokratie. Wir laden alle Menschen ein, sich bei uns zu beteiligen! Wir begrüßen alle Feuerwehrangehörigen unabhängig von ihrer Herkunft und geben Rassismus keine Chance!“
Karl-Heinz Banse, DFV-Präsident
Klare Handhabe gegen Extremismus in der Feuerwehr (2022)
„Gefahr erkennen – Spezialkräfte anfordern – Maßnahmen ergreifen“ – unter dieser an die Taktik im Gefahrguteinsatz angelehnten Überschrift informieren zwei DFV-Handreichungen zum Umgang mit Extremismus innerhalb der Feuerwehr. „Extremismus hat bei uns in den Feuerwehren keinen Platz. Deshalb brauchen wir eine klare Handhabe, wie wir darauf reagieren. Mit diesen Handreichungen wollen wir den Feuerwehren weitere Hilfestellung geben, um die konsequente Überzeugung in die Praxis umzusetzen“, erklärt DFV-Vizepräsident Frank Hachemer, der die Erarbeitung gemeinsam mit DFV-Vizepräsident Christian Patzelt initiiert und begleitet hat.
Während sich der Leitfaden dafür eher an die Führungskräfte richtet, soll der Flyer allen Feuerwehrangehörigen Orientierung bei diesem Thema bieten. Inhalt der Dokumente sind Hinweise, wie Extremismus bei Kameradinnen und Kameraden erkannt werden kann und wie sich das weitere Vorgehen gestalten soll. Zielgruppe sind alle, die sich mit extremistischen Erscheinungen auseinandersetzen möchten. Darunter fällt politischer sowie religiöser Fundamentalismus.
Die Arbeitsgruppe „Umgang mit extremistischen Einzelfällen in der Feuerwehr“, die aus dem Runden Tisch „Extremismus“ hervorgegangen war, hat die beiden Handreichungen erarbeitet. Diese wurden durch das Projekt „Faktor 112“ überarbeitet und mit den Landesfeuerwehrverbänden abgestimmt. Sie werden auch die Arbeit der Projekte im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (ZdT) des Bundesministeriums des Innern und für Heimat unterstützen. Bei allen weiteren Fragen zum Thema können sich Interessierte an den jeweiligen Landesfeuerwehrverband oder, wenn vorhanden, an dessen jeweiliges ZdT-Projekt wenden.
DJF-Positionspapier „Nicht nur löschen, wenn es brennt!“ (2021)
Mit dem Positionspapier „Nicht nur löschen, wenn es brennt!“ setzt die Deutsche Jugendfeuerwehr ein deutliches Zeichen für eine aktive Haltung gegen Rassismus. Diskriminierungen und Rassismus sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Dies gilt es, zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen. Die DJF verpflichtet sich, sich gegen jegliche Formen der Ausgrenzung, Abwertung und Diskriminierung einzusetzen und zum Abbau des strukturellen Rassismus in unserer Gesellschaft beizutragen.
Verbandliche Antirassismusarbeit bedeutet unter anderem:
- das entschiedene Eintreten gegen Leugnung und Verharmlosung von Rassismus innerhalb und außerhalb des Verbands,
- die Verankerung rassismuskritischer Perspektiven in der Ausbildung der Menschen in der Jugendleitung,
- den Einsatz für eine nicht-diskriminierende Sprache und Kommunikation im Verband (unter anderem auch der Verzicht auf Klischeebilder in der visuellen Kommunikation).
Das komplette Positionspapier auf der DJF-Webseite: https://jugendfeuerwehr.de/antirassismus
Positionspapier Inklusion (2017)
Ist eine Einbindung von Menschen mit Behinderung in die Jugendfeuerwehr/Freiwillige Feuerwehr möglich? Zu dieser Fragestellung positionieren sich der Deutsche Feuerwehrverband und die Deutsche Jugendfeuerwehr mit dem vorliegenden Papier und stoßen damit einen innerverbandlichen Diskussions- und Handlungsprozess an. Die deutschen Feuerwehren sehen sich in der Mitte der Gesellschaft. Wenn sie diese Gesellschaft widerspiegeln wollen, dann müssen sie sich allen gesellschaftlichen Schichten öffnen. Dazu zählen auch Menschen mit Behinderung. Daher spricht sich die Deutsche Jugendfeuerwehr für eine Aufnahme von Jugendlichen mit Behinderung in die Jugendfeuerwehr aus. Im Anschluss an die Jugendfeuerwehr-Mitgliedschaft sollte grundsätzlich ein ehrenamtliches Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr möglich sein. Mit diesem Positionspapier werden Chancen und Herausforderungen sowie Möglichkeiten und Empfehlungen aufgezeigt.
Charta der Vielfalt (2010)
„Es ist wichtig, dass die ,Blaulichtunternehmen‘ die Bandbreite der Vielfalt in Deutschland in ihren Reihen haben, um gemeinsam zu helfen und präsent zu sein“, erklärte die damalige Staatsministerin Maria Böhmer 2010 im Bundeskanzleramt bei der Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ durch den Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und weitere Hilfsorganisationen. „Sie haben Vorbildfunktion vor Ort – dies beginnt bereits bei der Jugendarbeit“, lobte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration das Engagement der Unterzeichner.
Hans-Peter Kröger als damaliger DFV-Präsident bekräftigte, dass das Fundament für das Ehrenamt bereits im Kindesalter gelegt werden müsse: „Wer in das Engagement hineinwächst, hat die besten Chancen auf eine langfristige Bindung.“ Kröger erläuterte, wie neben dem Integrationsprojekt „Unsere Welt ist bunt“ der Deutschen Jugendfeuerwehr auch durch den DFV-Integrationsbeauftragten Orhan Bekyigit als „Vermittler zwischen den Welten“ das Verständnis für das Ehrenamt Feuerwehr geweckt wird.
Die „Charta der Vielfalt“ ist ein grundlegendes Bekenntnis zu Fairness und Wertschätzung von Menschen in Unternehmen. „Durch die Unterzeichnung verpflichten sich Unternehmen ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist. Es soll eine offene Unternehmenskultur etabliert werden, die auf Einbeziehung und gegenseitigem Respekt basiert. Und es geht darum, unterschiedliche Talente in der Belegschaft und im Arbeitsfeld zu erkennen und einzubeziehen, um letztlich die Kundschaft optimal bedienen zu können“, heißt seitens der Bundesregierung. Weitere Informationen: www.charta-der-vielfalt.de