INTERSCHUTZ 2026 – Dienstag
Viele Sprachen, ein Ziel: Internationale Zusammenarbeit der Feuerwehrverbände
Viele Sprachen, ein Ziel: Die Weltleitmesse INTERSCHUTZ in Hannover bietet die optimale Gelegenheit zur internationalen Zusammenarbeit der Feuerwehrverbände. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) nutzt dies nicht nur zur Netzwerkarbeit auf dem Gemeinschaftsstand (Halle 27, Stand D46), sondern hat auch mehrere Gremientagungen mit grenzübergreifendem Fokus initiiert.
Zur Pressemitteilung über die internationalen Veranstaltungen geht’s hier.
Netzwerkarbeit
Geniale Idee. Geniale Umsetzung. Genialer Sponsor. Die Bevorratung von Lebensmitteln ist ein wichtiger Baustein zur Härtung der Resilienz. Diesem Grundgedanken folgt daher der Deutsche Feuerwehrverband mit seinem Besucher-Präsent an Stand D 46 in Halle 27: Es gibt „Maggi Feuerwehrsuppe“. Möglich wird diese nützliche Anregung zum Bevölkerungsschutz durch eine Kooperation mit der Werkfeuerwehr des weltweit bekannten Lebensmittelherstellers. Aufgrund der engen Verbindung erklärte sich die Firmenleitung bereit, die entsprechende Anzahl von Tütensuppen bereitzustellen und damit den Messeauftritt des Verbands freundlich zu unterstützen. Ein herzliches Dankeschön sprach DFV-Vizepräsident Hermann Schreck den angereisten Vertretern aus: „Wir freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit“.
„Das deutsche Feuerwehrwesen hat viele Lösungen, die auch in anderen Ländern interessant sind – so kommt es immer wieder zum gegenseitigen Austausch“, berichtet DFV-Vizepräsident Dr. Christoph Weltecke von der Delegiertenversammlung des Weltfeuerwehrverbandes CTIF. Weltecke ist im DFV-Präsidium für den Bereich „Internationales“ zuständig und nahm als Delegierter an der Versammlung teil. Zudem leitet er im CTIF die Kommission „Freiwillige Feuerwehren“.
Mehr Informationen zum Weltfeuerwehrverband gibt es unter https://ctif.org/ (Link zu externer Seite).
DFV-Vizepräsident Dr. Frank Kämmer begrüßte in der Hermes Lounge eine chinesische Delegation, die sich auf der INTERSCHUTZ über die technologischen Entwicklungen und das Bevölkerungsschutzsystem informierte.
Beim Members‘ Dinner am Dienstagabend stand in Hannover der persönliche Austausch der Protagonisten der CTIF-Delegiertenversammlung sowie der European Firefighters‘ Association im Mittelpunkt. EUFFAS-Präsident Karl-Heinz Banse und CTIF-Präsident Milan Dubravac begrüßten die Gäste.
Fachvorträge auf der Plaza
Steuer- und sozialversicherungs-optimierte Gestaltung von Aufwandsentschädigungen/Ausbildervergütungen
Wie rechtliche Details zu gravierenden Unterschieden in der Ausgestaltung von Aufwandsentschädigungen und Ausbildervergütungen und letztlich zum Steuerbefreiungsausschluss führen können – darauf verwies Christoph Schöneborn, Vorsitzender des Verbandes der Feuerwehren in NRW, in seinem Vortrag am DFV-Stand.
Hierzu zitierte er die entscheidenden Rechtsgrundlagen, es handelt sich hierbei um Teile des Paragraphen 3 Einkommensteuergesetz (EStG). Entscheidend sind die Voraussetzungen, die sich aus den maßgebenden Nummern 12, 26 und 26 a ableiten lassen. „Wichtiger Hinweis ist, dass die erstgenannten Nummern additiv zu verwenden sind und damit die hinterlegten Freibeträge in beiderlei Fällen nebeneinander von einer Person in Anspruch genommen werden können, wenn die Merkmale erfüllt sind“, so der Referent. Hingegen sieht die Nummer 26 a eine alleinige Anwendung vor.
Wertvoll ist in diesem Zusammenhang die Information, dass bei den genannten Vorschriften zur Steuerbefreiung auch in allen Fällen eine Befreiung der Sozialversicherungspflicht vorliegt.
Als Handreichung wird das eigens erstellte Merkblatt empfohlen, das hier (Link auf externe Seite) online steht.
Resilienz in der Bevölkerung
Nach dem Kalten Krieg waren Vorsorge und Resilienz im Bevölkerungsschutz lange Zeit vielen nur wenig bekannte Begriffe und Inhalte. Dieses Bewusstsein wieder herzustellen, hat sich der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e. V. zur Aufgabe gemacht. Referent Stephan Tusch berichtete hierzu über die vielfältigen Anfragen, die inzwischen wieder verstärkt an den Verband herangetragen werden. Die Informationen zu Notbevorratung und Verhalten bei Stromausfällen sowie anderen Krisen werden sukzessive für die heutige Zeit aufbereitet und veröffentlicht. Bei immerhin 176 öffentlichen Präsenzterminen, und damit weit mehr als erwartet, und 33 Fachvorträge in zumeist Gefahrenabwehr-Kreise selbst im Jahr 2025 wurden und werden weiterhin Wissenslücken geschlossen und Missverständnisse aufgelöst. „Wir achten dabei auf eine einheitliche Darstellung, damit der Bevölkerungsschutz an den verschiedenen Stellen in Deutschland nicht immer anders wahrgenommen wird. Außerdem passen wir die Sprache an, um möglichen Spontanhelfern in Krisenlagen spezifische Fachbegriffe zu ersparen“, so Tusch. Er verwies auf die bereits erstellten Informationen: https://www.bleib-bereit.de/ (Link auf externe Seite).
„Die Leitstellenstruktur in Hessen – Vernetzt denken, zukunftssicher handeln“
Am Dienstagnachmittag sprach Matthias Maurer-Hardt vom Landesfeuerwehrverband Hessen über die hessische Leitstellenstruktur. Vorhanden sind aktuell 25 Leitstellen und eine Lehrleitstelle an der Hessischen Landesfeuerwehrschule (HLFS). Die höchste Leitstellen-Dichte ist im Rhein-Main-Gebiet zu finden.
Der berufliche Einstieg funktioniert über die Feuerwehrlaufbahn oder den Rettungsdienst. Maurer-Hardt stellte die Leitstellenausbildung vor, die auf die Grundausbildungen folgen kann.
Auch die einheitliche, technische Ausstattung war Thema, deren Funktionsweise bei Alarmsituationen sowie die rechtlichen Grundlagen der Organisation.
Das Ziel des LFV ist eine Standardisierung und Modernisierung aller Leitstellen, um die Resilienz des technischen Systems zu stärken. Ähnlich wie im DFV wurde dafür ein Fachgremium gebildet.
Mehr Informationen dazu unter www.feuerwehr-hessen.de (Link auf externe Seite).
„Brandmeldeanlagen im urbanen Raum und deren Auswirkung auf die Feuerwehr“
Matthias Trost sprach für den Landesfeuerwehrverband (LFV) Hessen am Dienstag über eine Studie zur Nutzung von Brandmeldeanlagen (BMA). Er erklärte anhand von Beispielen aus Frankfurt am Main, wie Falschalarme sinnlos Ressourcen binden. Darunter versteht man Alarme, deren keine reale Gefahr zu Grunde liegt (Täuschung etwa durch Dampf, technische Fehler sowie böswillige oder gut gemeinte Fehlalarme).
Aktuell verzeichnet die Feuerwehr Frankfurt rund 4.800 BMA-Alarme im Jahr. Davon sind die meisten Falschalarme. Nur vier Prozent davon sind Einsätze aus Realereignissen. Dieses hohe Aufkommen von Falschalarmen schadet dem eigentlichen Feuerwehrauftrag. Sieben Prozent der Falschalarme werden durch Handfeuermelder ausgelöst. Davon sind wiederum nur zwei Prozent bestimmungsgemäß. Das entsprechende Ziel des LFV und der AGBF ist die Reduzierung der BMA und der Falschalarme, wofür es die Feuerwehren, Betreiber, Planer, Bauaufsichten, Hersteller und Anbieter braucht. Verschiedene Lösungsansätze sind bereits entwickelt worden.
Vorstellung Armbanduhr „Thermosphere“
Am späten Dienstagabend präsentierten Stefan Hermann vom Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg und Simon Hall die neue, blaue Armbanduhr „Thermosphere“. Diese wird von der Firma Hanhart produziert, die seit 1882 Uhren herstellt.
Auf dem Zifferblatt ist das baden-württembergische Feuerwehrsignet und die 112 zu sehen, beide nachts leuchtend. Außen ist eine Abfrage der Druckkontrolle für den Atemschutz einstellbar.
Die Armbanduhr ist auf 112 Stück limitiert. Der Preis bewegt sich je nach Ausführung ab 1.640 Euro. Mehr dazu unter www.hanhart.com (Link auf externe Seite).