INTERSCHUTZ 2026 – Freitag
Netzwerkarbeit
Am vorletzten Messetag der INTERSCHUTZ traf sich DFV-Vizepräsident Hermann Schreck mit Vertretern der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes, des Werkfeuerwehrverbandes Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland.
Eine Vielzahl sportlicher Wettkampfangebote bereitet Feuerwehrleute auf ihren Einsatz vor. Neben Formaten aus der jüngeren Zeit gibt seit Jahrzehnten drei Kategorien, die durch den Deutschen Feuerwehrverband (DFV) gefördert, besucht, begleitet und ausgerichtet werden: Dies sind der Traditionelle Internationale Feuerwehrwettbewerb, der Internationale Feuerwehrsportwettkampf sowie der Internationale Jugendfeuerwehrbewerb. Als Teilnehmer an der Podiumsdiskussion „Wettkampf als Training – Vorbereiten für den Ernstfall“ erläuterte Pilo Franke, ehemaliger DFV-Bundeswettbewerbsleiter und Leiter der Kommission Wettbewerbe des Weltfeuerwehrverbandes CTIF (Link auf externe Seite): „Hier finden auf nationaler Ebene die Durchgänge statt, aber auch die internationalen Veranstaltungen des CTIF selbst, nach dessen Regeln stets einheitlich gearbeitet wird, werden regelmäßig besucht.“ Dabei werden nicht nur körperliche Höchstleistungen erbracht, sondern vielmehr geht es ebenfalls um Präzision, Schnelligkeit und Mannschaftsgeist. Durch diesen Gemeinschaftsgedanken entstehen Freundschaften. Wer sich mit dieser Methode auf Tätigkeiten des Feuerwehreinsatzdienstes vorbereiten möchte, kann dies mit einfachen Mitteln vor Ort, denn die benötigten Gerätschaften und eine persönliche Schutzausrüstung stehen den Feuerwehren zur Verfügung.
Die INTERSCHUTZ ist die perfekte Gelegenheit zum persönlichen Austausch! Diese nutzte DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und traf auf dem Stand des DFV-Förderkreismitglieds Rosenbauer Deutschland GmbH mit Kurt Wandaller (Head of Area Central and Eastern Europe), Ronald Reisinger (Geschäftsführung Deutschland) und Torsten Ritzmann (Leitung Vertrieb Deutschland) zusammen. Vielen Dank für die spannenden Einblicke in die Technologien der Zukunft!
Im Rahmen des vfdb-Kongresses auf der INTERSCHUTZ stellte DFV-Präsident Karl-Heinz Banse den neuen Verband der Feuerwehren der Europäischen Union (EUFFAS) vor, dem er als Präsident vorsteht. „Gerade weil es große Unterschiede im europäischen Feuerwehrwesen gibt, wollen wir enger zusammenrücken, um Dinge auf europäischer Ebene gemeinsam auf den Weg zu bringen“, so Banse.
Ein Themenschwerpunkt wird die Vegetations- und Waldbrandbekämpfung sein. Mit Kroatien und Frankreich haben zwei Länder in diesem Bereich bereits umfassende und realitätsnahe Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen, von denen die Führungskräfte anderer EU-Länder profitieren können. „Dazu vernetzen wir uns als EUFFAS nicht nur innerhalb der EU, sondern auch mit anderen Partnerverbänden wie beispielsweise dem internationalen Feuerwehrverband CTIF oder Interessensvertretungen auf anderen Kontinenten. Dort werden wir bereits wahrgenommen“, führte Präsident Banse weiter aus.
In der anschließenden Diskussion wurde über Möglichkeiten der Waldbrandbekämpfung und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen, die – auch seitens der EU – verbessert werden können, gesprochen. Präsident Banse: „Wir haben noch dicke Bretter zu bohren, sind aber voller Tatendrang und haben die Arbeit bereits aufgenommen.“
Die aktuellen Herausforderungen im Bevölkerungsschutz sind für die Feuerwehren ein großes Anliegen. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Karl-Heinz Banse, erklärte beim Austausch mit den innenpolitischen Sprechern der CDU auf Landesebene in Hannover die Notwendigkeit, nicht nur Bundeseinrichtungen durch Bundesmittel zu fördern, sondern auch die flächig für die Gefahrenabwehr vorhandenen Feuerwehren. Sie böten im Bedarfsfall schließlich auch das größte Potenzial an Kräften. Der Pakt für Bevölkerungsschutz der Bundesregierung, der kürzlich veröffentlicht wurde, müsse demnach alle Beteiligten berücksichtigen (siehe auch https://www.feuerwehrverband.de/pakt-fuer-den-bevoelkerungsschutz-starkes-signal-aber-nur-mit-signifikanter-beteiligung-der-feuerwehren-erfolgversprechend/). Die Interessen der Feuerwehren werden daher umfänglich und einheitlich vom DFV vertreten.
Ein wichtiges Anliegen ist zudem die Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit von Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland. Eine Anrechnung von geleisteten Dienst- und Einsatzstunden auf die Arbeitszeit der Feuerwehrangehörigen, wie es auf europäischer Ebene diskutiert wird, würde das tragfähige System zum Erliegen bringen. Notwendige Ruhezeiten dürfen nicht aus im Ehrenamt erbrachten Leistungen berechnet werden.
Ressourcenoptimierung könnte durch den Bau einheitlicher Feuerwehrhäuser erreicht werden. Die bestehenden Ansätze in Deutschland sollten ausgeweitet und etabliert werden. Muster-Bauvorhaben erleichterten allen Beteiligten den Weg zum Ziel – finanziell, zeitlich und fachlich.
Auf dem DFV-Gemeinschaftsstand trafen sich DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG, um Zwischenbilanz einer erfolgreichen INTERSCHUTZ zu ziehen.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und DFV-Bundesgeschäftsführer Rudolf Römer informierten sich bei Dr. Ulrich Cimolino über die Empfehlung zu Ausbildungsinhalten der Vegetationsbrandbekämpfung, die unter Mitwirkung des DFV in der Unterarbeitsgruppe Ausbildung und Taktik der Bund-Länder-offenen AG (BLoAG) Nationaler Waldbrandschutz entstanden ist.
Intelligente Stromlösungen für Feuerwehrbedarfe: DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und Bundesgeschäftsführer Rudolf Römer beim Stand von LEAB auf der INTERSCHUTZ.
Wie war die Messe bislang? Kleine Zwischenbilanz von DFV-Präsident Karl-Heinz Banse und Bundesgeschäftsführer Rudolf Römer bei Müller 112.
Enger Kontakt für die gute Sache: Die Rud. Prey Maschinenbau GmbH hatte unlängst mithilfe einer zweckgebundenen Spende in Höhe von 10.000 Euro eine Zustiftung in das Stiftungskapital der Stiftung „Hilfe für Helfer“ geleistet. DFV-Präsident und Stiftungsvorsitzender Karl-Heinz Banse schaute nun am Messestand vorbei.
Fachvorträge auf der Plaza
„T-Mission“ – Blick in die Zukunft der einsatzkritischen Kommunikation
Ohne Kommunikation funktioniert kein Einsatz: Wie die verschiedenen Angebote der Deutschen Telekom hier die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) unterstützen, stellte René Fittkau in seinem Vortrag auf der DFV-Plaza vor. So sollen die Leitstellen über ein stabiles 5G-Mobilfunknetz resilienter gemacht werden. Das „Desaster Recovery Management“ steht in ganz Deutschland schnell zur Behebung größerer technischer Probleme parat. Auch offline kann kommuniziert werden. Ein besonderes Angebot ist die „BOS-Spur“: Vergleichbar mit Schneisen, über die man ein Waldgebiet befahren kann, wird hier bei Großveranstaltungen in bestimmten Bereichen Netz für die BOS zur Verfügung gestellt. Fittkau lieferte auch den Ausblick auf die Einbindung von Drohnenvideos in die Einsatzstellenkommunikation und die Nutzung von Standort-Lokalisierung für die Ortung von Einsatzkräften.
Weitere Informationen: www.telekom.de/t-mission (Link zu externer Seite) .
Die Sirene als robustes Warnmittel im Warnmittel-Mix
Mindestens einmal im Jahr schrillen sie: Mittlerweile sind Sirenen in Deutschland wieder präsenter als in den vorangegangenen Jahrzehnten. Am bundesweiten Warntag sind sie als Teil des Warnmittelmixes zu hören; viele Feuerwehren nutzen sie bis heute als Alarmierungsmittel. Sirenen sind ein unverzichtbarer Teil der Kritischen Infrastruktur!
Thomas Aicher, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbands der Hersteller von Bevölkerungswarnsystemen (VHBW), gab auf der DFV-Plaza einen Einblick in die technischen Entwicklungen. Neben einer höheren Reichweite sind mittlerweile auch Sprachdurchsagen möglich: So kann etwa die Bevölkerung aufgefordert werden, sich in geschlossene Räume zu begeben, wenn gesundheitsgefährdende Brandgase vorhanden sind. Der VHBW-Experte erläuterte auch, dass Sirenensysteme durch Batteriepufferung eine Alarmsicherheit auch bei Stromausfällen haben.
Mehr Informationen: https://vhbw.org/home/ (Link zu externer Seite).
Fachempfehlung AED: Orientierung für den Feuerwehralltag und Austausch mit Jens Pietrzyk, South Metro Fire (Denver)
Oliver Post (Zoll AED, DFV-Förderkreismitglied) und Jens Pietrzyk von der South Metro Fire aus Denver sprachen über das Thema Gesundheit und Feuerwehr – in Deutschland und den USA.
In der Einsatzlage ist der Körper stark belastet, gerade bei sehr langen Einsätzen. Studien zeigen erhöhte Blutgerinnung, schlechtere Gefäßfunktion, „Stress“ für den Herzmuskel und Sauerstoffmangel.
Die aktualisierte DFV-Fachempfehlung zu modernen Automatischen Externen Defibrillatoren (AED) will hier Hinweise geben, etwa zur Beschaffung von Geräten nach Zulassung nach MDR. Eine weitere Idee ist der Einsatz von Countdownzählern und CPR-Echtzeitfeedback. Zusätzlich gibt es Anweisungen zum Kinder-Betriebsmodus und zur Anwendung. Die Einsatzkräfte müssen nicht nur in der Nutzung qualifiziert werden, sondern auch in der Dokumentation. Hier kommt zudem die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zum Einsatz.
Die DFV-Fachempfehlung ist hier herunterladbar.
Feuerwehrmusik
Dass Feuerwehrmusik aus den Gründungstagen der Feuerwehren herrührt und damals ein wichtiger Bestandteil des Einsatzes war, ist nur wenigen bekannt. Thorsten Zywietz, Bundesstabführer und Fachbereichsleiter Musik im Deutschen Feuerwehrverband (DFV), gab einen interessanten Einblick in die Anfänge und zeichnete den Weg bis zur heutigen Zeit nach. Am Anfang wurden die militärisch geprägten Abläufe bei der Brandbekämpfung und Rettung durch Hornsignale begleitet, Zeichengebungen mit Trommeln bedeutet und Alarmierungen per Glocke vorgenommen. Diese Signalmusik wurde zwar später nicht mehr benötigt, hatte sich aber bereits etabliert; somit blieb die Musik bis heute bedeutender Bestandteil des Feuerwehrwesens. Zywietz wusste zu berichten: „Das Martinhorn, wie es jetzt verwendet wird, ist durch die Instrumentenfabrik Martin in Sachsen entwickelt worden. Also reicht die Entwicklung aus dieser Musik jener Tage bis in die heutige Zeit.“ Seit 1963 wurden die Abteilungen der Feuerwehrmusik auch in den Verbänden von Bund, Ländern und Kreisen systematisiert; aktuell vertritt der DFV-Fachbereich die Interessen dieses Zweiges. Ein eigenes Ehrungswesen, verschiedene Wertungsspielen, Ausbildung und Gemeinschaft sowie Demokratiebildung und repräsentative Entfaltung stecken gegenwärtig im Thema Feuerwehrmusik. Daneben wird ein Bildungsauftrag erfüllt.
Mehr Informationen: https://www.feuerwehrverband.de/fachliches/fb/fb-musik/.
Freiwillige Feuerwehren im ländlichen Raum: Was muss sich ändern, um neue Mitglieder zu gewinnen.
„Wir müssen eine Brücke zum Bürger bauen“, erklärte Sandra Schäfer vom Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz bei ihrem Vortrag auf der DFV-Plaza zur Mitgliedergewinnung für Freiwillige Feuerwehren im ländlichen Raum. Um neue Mitglieder zu gewinnen, gibt es unterschiedliche Strategien, eine davon wurde in diesem Vortrag vorgestellt. Interesse wird durch Aufmerksamkeit geweckt, dadurch entsteht eine Begehrlichkeit, die zur Handlung und somit zur Mitgliedschaft motiviert. Wichtig dabei ist, dass neue Mitglieder aus eigener Überzeugung kommen, ohne aktiv gefragt zu werden – auch, wenn das auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt. Grundvoraussetzung dafür ist eine starke Gemeinschaft im Dorf. Niederschwellige Angebote, persönliche Kontakte und der Abbau von Hürden tragen zum Erfolg bei.
Sandra Schäfer begleitet Feuerwehren bei diesem Prozess, bevor diese Maßnahmen individuell umgesetzt werden. Informationen hierzu gibt es unter https://feuerwehr-rheinlandpfalz.de/projekte/#nwg (Link auf externe Seite).
Drei Jahrzehnte Atemschutzunfaelle.eu: Was wir daraus lernen müssen
Am Freitag fand die Fortsetzung des Vortrags von Dr. Ulrich Cimolino zu dessen Unfalldatenbank statt. Diesmal ging es um die Lehren für die Zukunft, die aus den gesammelten Fällen gewonnen werden können.
„Unsere Gegenwart bringt neue Herausforderungen wie zum Beispiel Elektromobilität: Brennende Elektronikfahrzeuge lassen dynamische, toxische Rauchentwicklung entstehen. Explosionen sind möglich!“, so Cimolino. Feuerwehrangehörige müssen hier mindestens die persönliche Schutzausrüstung (PSA) für die Brandbekämpfung im Innenangriff tragen. Die Lageentwicklung muss von der Führung beachtet werden. Unbemannte Systeme (zum Beispiel oszillierende Werfer, ferngesteuerte Geräte, Roboter, Drohnen) können hier eine sinnvolle Unterstützung oder sogar Lösung sein.
Cimolino ging auf die neue Handreichung des DFV zur Anpassung der Persönlichen Schutzausrüstung ein, die in der vorherigen Woche erschienen ist. Außerdem gab er Tipps zur richtigen Handhabung und Sicherung der Ausrüstung.
Beispielsweise warnte er aus eigener Erfahrung vor dem Einsatz von Verbindungsleinen in normalen Gebäuden. Geräteausbildung müsse ernst genommen werden. Cimolino kündigte einen Kongress dazu im September an.
Mehr Informationen dazu unter www.atemschutzunfaelle.eu (Link zu externer Seite).