INTERSCHUTZ 2026 – Montag
Eröffnung der Weltleitmesse INTERSCHUTZ
Sechs Tage lang dreht sich nun die Feuerwehrwelt um Hannover: In der niedersächsischen Landeshauptstadt findet vom 1. bis 6. Juni 2026 die Weltleitmesse INTERSCHUTZ statt. Unter dem Leitgedanken „Safeguarding tomorrow“ werden auf 118.000 Quadratmetern in neun Messehallen und auf dem Freigelände mit Technik und Taktik Antworten auf die Fragen der Zukunft gegeben. „Den Herausforderungen können wir nur gemeinsam begegnen: Mit moderner Technologie, kluger Taktik und umfassender Ausbildung“, erklärte DFV-Präsident Karl-Heinz Banse im Rahmen der Eröffnung. Der Fachverband für mehr als 1,4 Millionen Feuerwehrangehörige in Deutschland ist einer der ideellen Partner der Weltleitmesse.
Zur Pressemitteilung über die Eröffnung geht’s hier.
Netzwerkarbeit
Das Exekutive Kommitee des Weltfeuerwehrverbandes CTIF nutzte die Gelegenheit zur Gremientagung im Convention Center samt Gruppenfoto. Informationen zu Mitgliedern und Aufgaben gibt es unter https://ctif.org/ctif-executive-committee (Link zu externer Seite).
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens informierten sich am DFV-Gemeinschaftsstand bei DFV-Präsident Karl-Heinz Banse unter anderem über die Themen Resilienz und Notfallversorgung. Als Geschenk gab es für die beiden noch ein Kurbelradio, mit dem auch bei Stromausfall Informationen verfügbar sind. Dies empfiehlt auch der Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen, den es HIER (Link auf externe Seite) zum Herunterladen gibt.
Über den französischen Hubschraubersimulator informierte sich DFV-Beiratsvorsitzende Nancy Faeser bei ihrem Besuch am Stand. Normalerweise werden mit dieser Technik Spezialisten an der Feuerwehrschule Marseille in der Vegetationsbrandbekämpfung aus der Luft ausgebildet. Mehr Informationen zum Thema gibt es in der DFV-Fachempfehlung Luftfahrzeugeinsatz/Aerial Firefighting Air Operations für und durch die Feuerwehr.
Zu einem historischen Anlass trafen sich am 1. Juni 2026 auf der Interschutz in Hannover die Mitglieder des Verbandes der Feuerwehren der Europäischen Union, kurz „EUFFAS“ (European Firefighters‘ Association) zur ersten Delegiertenversammlung. HIER geht es zum Bericht zur Veranstaltung.
Fachvorträge auf der Plaza
Die Sirene als robustes Warnmittel im Warnmittel-Mix
Die Sirene als Kombination in der Warnkette mit anderen Mitteln ist ein unverzichtbarer Teil der Kritischen Infrastruktur, erläuterte Anna Hörmann, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Hersteller von Bevölkerungswarnsystemen e.V. und Geschäftsführerin der HÖRMANN Warnsysteme GmbH.
Der Wandel von Motorsirenen zu elektronischen Sirenen ist als Teil einer robusten Warninfrastruktur im deutschen Bevölkerungsschutz nicht nur eine wichtige und notwendige Rückkehr zu einem zuverlässigen, flächendeckenden Weckruf. Vielmehr bietet die neue Technik auch eine Vielzahl an technischen Weiterentwicklungen, die mehr Funktionalitäten erlauben. Die Referentin hierzu: „Es werden nun größere Reichweiten erzielt und Sprachdurchsagen sind möglich. Daneben ist diese digitale Warninfrastruktur auch netzunabhängig, denn elektronische Sirenen sind batteriegepuffert und damit auch bei Stromausfällen alarmierungsfähig.“
Mehr Informationen: https://vhbw.org/home/ (Link auf externe Seite).
Brandschutzbedarfsplanung leicht gemacht
Nach 30 Jahren Erfahrung in der Aufstellung von Brandschutzbedarfsplänen in Nordrhein-Westfalen, gibt es jetzt Anpassungsbedarfe bei der Ermittlung der darin beschriebenen Ziele für die jeweiligen Gemeinden. Gab es bislang eine starre Acht-Minuten-Eintreffzeit für die Feuerwehren, können nun individuelle Faktoren durch anderweitige Strukturverbesserungen trotzdem zum gewünschten Erreichungsgrad führen. Der Vorsitzende des Verbandes der Feuerwehren in NRW, Christoph Schöneborn, berichtete: „In diesem Jahr haben wir mit dem Städte- und Gemeindebund unser Konzept aktualisiert, welches schließlich einen Paradigmenwechsel der bisher ausschließlich zeitlichen Vorgabe beschreibt.“ Dieses Vorbild fand bereits viele Interessierte im gesamten Bundesgebiet.
Mehr Informationen gibt es HIER (Link auf externe Seite).
Demokratie- und Vielfaltsarbeit
Bereits in elf Landesfeuerwehrverbänden (LFV) sowie im DFV wird seit Jahren Demokratie- und Vielfaltsarbeit geleistet. Am Montagnachmittag gaben drei Projekte Einblicke in ihre Praxis: Antonia Bachmann von „On Fire“ aus dem LFV Hessen, der Gleichstellungsbeauftragte der Feuerwehr Hamburg, Christian Theierl, sowie Conrad Wilitzki, Referent des DFV für „Faktor 112“. Sie organisieren gemeinsam Extremismusprävention und Konfliktberatung, klären über Diskriminierungsformen unter Feuerwehrangehörigen sowie über Gewalt gegen Einsatzkräfte auf. Hierzu bilden sie ehrenamtliche Beratungskräfte aus und bieten verschiedene Fortbildungsformate an. Zum Teil werden diese Projekte seit Jahren durch das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ finanziert.
Weitere Informationen unter www.feuerwehrverband.de/kampagnen/faktor-112
Leistungen für Hinterbliebene von im Feuerwehrdienst Verstorbenen im Land Brandenburg
Frank Kliem, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Brandenburg, sprach über die Versorgung von Hinterbliebenen von Einsatzkräften. Er stellte die besondere Regelung des Landes Brandenburg vor: eine Soforthilfe, die eine einheitliche Absicherung ermöglicht.
Kommunaler Versorgungsverband, Feuerwehr-Unfallkasse, LFV und Bundesland wirken hier zusammen. So wird die Versorgung von Hinterbliebenen von Beamten, tariflich Beschäftigten und Ehrenamtlichen gerecht ermöglicht. Ein vorbildliches Konzept im sozialen Bereich!
Weitere Informationen: www.lfv-bb.de (Link auf externe Seite)
„Blaulicht & Abenteuer – Freiwilliges Soziales Jahr in der Feuerwehr“
Am späten Montagnachmittag sprach die Sozialpädagogin Lea Stajniak vom Fachbereich „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Hessen. Seit 2009 wird im LFV Hessen das FSJ für junge Leute meist für ein Jahr angeboten, Urlaubstage inklusive. Immer gibt es ein Taschengeld und Zuschüsse. Hier werden feuerwehrtechnische Fähigkeiten vermittelt und verschiedene Fortbildungen wie zum Beispiel die Jugendleitercard (JuLeiCa) ermöglicht.
Aktuell sind rund 60 FSJler beim Träger. Einsatzstellen können Berufs- und Freiwillige Feuerwehren sein, aber auch Verbände, Landkreise und feuerwehrtechnische Zentralen. Dabei können Institutionen im besten Falle ihren eigenen Nachwuchs auf eine Ausbildung vorbereiten. Die jungen Leute profitieren von ihren Einsatzorten und können sich das FSJ auf die Hochschulreife oder die Wartezeit aufs Studium anrechnen lassen.
Schließlich berichtete der 19-jährige Aron aus der Freiwilligen Feuerwehr Dietzenbach über sein dortiges FSJ. Er möchte seine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr machen.
Weitere Informationen unter www.feuerwehr-hessen.de (Link auf externe Seite.