Aktuelles

8. Deutscher Engagementtag: „Wir brauchen ein echtes Update 2.0“

Bundesfamilienministerin Lisa Paus erhält die letzten Ideen der Zivilgesellschaft zur neuen Bundes-Engagementstrategie

Zum 8. Deutschen Engagementtag im Berliner Humboldt Carré begrüßte zum zweiten Mal die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Lisa Paus. Nachdem sie im vergangenen Jahr zur Engagementstrategie des Bundes aufgerufen hatte, bekam sie nun zum Einsendeschluss die vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) gesammelten Ideen der Zivilgesellschaft überreicht. Paus dankte den Verbänden und Vereinen für die Beteiligung an verschiedenen Umfragen. Rund 1.000 Vorschläge seien jetzt ein halbes Jahr lang zu sichten. Die neue Engagementstrategie soll bundesweit rund 28 Millionen freiwillig engagierten Menschen das Ehrenamt erleichtern, darunter rund eine Million Feuerwehrleute. Ideen wie verbesserter ÖPNV auf dem Land, Rentenpunkte für Engagement, Bürokratieabbau usw. könnten eine bessere Zukunft des Ehrenamts ermöglichen.
Ein weiteres Ziel für Paus ist eine Überarbeitung des Gemeinnützigkeitsrecht. Hier hat sich eine neue Arbeitsgruppe auf der Ebene der Staatssekretäre gebildet. Paus kündigte für Mitte Dezember 2023 zudem eine „Bundesstrategie gegen Einsamkeit“ an, die vor allem Senioren und Jugendlichen Wege aus der Einsamkeit zeigen soll.

Paus zeigte sich vorsichtig zuversichtlich, dass das geplante Demokratiefördergesetz noch vor Weihnachten 2023 veröffentlicht werde. Dieses Gesetz soll die Bundesprogramme „Demokratie Leben!“ und „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (https://www.feuerwehrverband.de/kampagnen/faktor-112/) absichern. Die BBE-Engagement-Botschafterin Gülcin Bayraktar mahnte hier eine Regelfinanzierung an. Ariane Fäscher vom Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ des Deutschen Bundestages bemerkte, dass in Zukunft auch ein Engagementfördergesetz nötig wird.

Das neue Bundesprogramm „TransformD“ der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) ist jedenfalls als Unterstützung der bisherigen Programme sehr nachgefragt und soll 2024 weiter ausgebaut werden. DSEE-Geschäftsführer Jan Holze stellte fest, dass sich die Zivilgesellschaft in der Asyl-, Ahrtal- und Coronakrise gut geschlagen habe. Nun müsse sie aber abgesichert werden.
Paus entschuldigte sich für die diesjährigen Einsparungen des Bundes bei der Jugendförderung. Diese war von DFV und DJF kritisiert worden (https://www.feuerwehrverband.de/mahnung-zum-tag-des-ehrenamtes-nicht-bei-feuerwehren-kuerzen/).

Die rund 100 Gäste des BBE vernetzten sich auf dem „Markt der Möglichkeiten“ und nahmen an beiden Veranstaltungstagen an verschiedenen Workshops teil, um gemeinsam weiter Ideen für die Stärkung der Zivilgesellschaft zu teilen.