Vernetzung gegen Diskriminierung und Einsamkeit
Der Juli ist international als „Pride Month“ der LGBTQ+-Bewegung bekannt. Deutschlandweit finden die politischen Paraden des „Christopher Street Days“ statt, um die Gleichstellung von sexuellen Minderheiten in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu fordern. Die größte dieser Demonstrationen mit über einer Million Besucher ist der „ColognePride“ und mitten unter den vielen Ausstellern seit 2019 auch der Wagen des Verbands der Feuerwehren Nordrhein-Westfalen. Maßgeblich organisiert hat dies das „Netzwerk Vielfalt“ des Verbandes, wie das DFV-Projekt „Faktor 112“ erfuhr. Bei einem Besuch in der im Umbau befindlichen Landesgeschäftsstelle in Wuppertal stellten Landesgeschäftsführerin Susanne Stupp und Referent Andreas Kirchharz das „Netzwerk Vielfalt“ vor.
2018 wurde im Verband die Idee umgesetzt, unterrepräsentierte Gruppen wie Frauen und queere Menschen stärker in den Blick zu nehmen. Kirchharz ist seit 2022 Sprecher des „Netzwerks“, dem inzwischen rund 100 Feuerwehrleute angehören. In monatlichen Treffen lernen sie sich kennen, besprechen Probleme und gemeinsame Aktionen.
So ist es in diesem Jahr gelungen, über 80 Personen aus den Feuerwehren Nordrhein-Westfalens zusammen auf den „ColognePride“ zu führen. Hier trafen sie Landesinnenminister Herbert Reul, der ihnen seine Unterstützung aussprach: „In unserem Land darf jeder Mensch so leben und lieben, wie er oder sie will – solange sich an die Regeln unseres Rechtsstaates gehalten wird. Und gleichzeitig hat unser Staat die Pflicht, ein Leben in Freiheit und Sicherheit zu ermöglichen.“ Dies zu betonen, ist notwendig, da die Homo- und Transphobie in der Bevölkerung sowie die Gewalt gegen LGBTQ+ wieder zugenommen hat, wie viele Statistiken zeigen.
„Mein hehrer Wunsch wäre, dass unser ‚Netzwerk‘ eines Tages als Anlaufstelle bei solchen Problemen überflüssig wird. Der Schutz vor Mobbing und Ausgrenzung sollte in den Feuerwehren selbstverständlich sein“, erklärte Kirchharz. Wie schon im Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen finden darum auch im Verband der Feuerwehren Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen statt. Über solche Methoden ist das „Netzwerk“ zudem im Austausch mit anderen Feuerwehrgruppen wie aus Hamburg, Berlin und München.
Mehr zu den Demokratie- und Vielfaltsprojekten der Landesfeuerwehrverbände unter https://www.feuerwehrverband.de/kampagnen/faktor-112/.