Parlamentarischer Abend des VDMA Feuerwehrtechnik: Technik ist Taktgeber in herausforderndem Umfeld
Pressemitteilung des VDMA Feuerwehrtechnik
Frankfurt – Innovative Feuerwehrtechnik ist gefragt wie selten zuvor. Während die Anforderungen in der Brandabwehr, im Katastrophen- und Zivilschutz stetig wachsen, erhöht sich die Taktzahl in allen Einsatzbereichen – denn Geopolitik und Klimawandel erweitern das Handlungsfeld der Feuerwehren spürbar. „Angesichts neuer Schadenslagen nehmen Einsatzfrequenz und Einsatzintensität schon heute deutlich zu. Dafür braucht es leistungsfähige Technik, die sich am Anwender orientiert. Die heimische Feuerwehrtechnikindustrie liefert sie: passgenau und zuverlässig. Daher müssen wir die Brandbekämpfung und den Zivilschutz in Deutschland auf eine neue Stufe heben“, sagt Dr. Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des Branchenverbandes VDMA Feuerwehrtechnik. Anlässlich des ersten Parlamentarischen Abends der Feuerwehrtechnik begrüßte Ehrhard in Berlin zahlreiche Vertreter aus Politik, Industrie und Verbänden.
Veränderte Einsatzlagen
Neben klassischer Brandbekämpfung spielt der Bevölkerungsschutz aufgrund von Extremwetterereignissen und äußeren Bedrohungsszenarien eine immer wichtigere Rolle. Klar ist: Die Feuerwehren müssen sich verstärkt auf neue Szenarien einstellen, wozu auch die resiliente Abwehr chemischer, biologischer und nuklearer Gefahren im Rahmen des Zivilschutzes gehört. „Die Feuerwehren benötigen die bestmögliche Ausstattung, um Krisenlagen optimal managen zu können. Unsere Industrie hat hier eine dreifache Aufgabe: als Enabler für innovative Brandabwehr und Katastrophenschutz, als Partner der Feuerwehren und als Brückenbauer für den Zivilschutz“, erläutert Michael Kristeller, stellvertretender Vorsitzender des VDMA Feuerwehrtechnik.
Digitalisierung beschleunigt Entscheidungen
Technologisch hat die Feuerwehrtechnikbranche viel zu bieten. Vernetzte Fahrzeugflotten, Löschroboter und teilautonome Systeme halten verstärkt Einzug in die Produktportfolios der Industrie. Aber auch ohne hochwertige persönliche Schutzausrüstung sind erfolgreiche Einsätze undenkbar. „Umso wichtiger ist es, die Arbeit der Feuerwehrleute so sicher wie möglich zu gestalten. Datenhelme, die Bilder von Wärmebildkameras, Gebäudepläne oder Vitaldaten in das Sichtfeld des Feuerwehrmannes projizieren, leisten dazu einen wichtigen Beitrag“, sagt Kristeller. Für die Einsatzleitung vor Ort gewinnen darüber hinaus Künstliche Intelligenz und digitale Lagebilder rasant an Bedeutung. Tritt eine Großschadenslage ein, so lassen sich Entscheidungen spürbar beschleunigen und besser validieren. „Datenanalysen in Echtzeit sind dafür ein mächtiges Tool“, erläutert Kristeller.
Jetzt effektiv vorsorgen
Wer von gesellschaftlicher Resilienz spricht, muss aus Branchensicht den Investitionsstau der Feuerwehren zügig angehen. „Wir müssen Innovation forcieren. Denn ein Invest in unsere Einsatzkräfte ist immer auch ein Invest in unser Gemeinwesen“, betont Michael Kristeller. Wo die Branche mittlerweile steht, macht er mit Nachdruck deutlich: „Unsere Industrie hat heute weit mehr zu bieten als abwehrenden Brandschutz. So gehören längst Spezialfahrzeuge zum Portfolio, die für den Katastrophenfall sowie den Strahlen- und Chemieschutz optimiert sind.“ Eine moderne technische Ausstattung der Feuerwehren müsse „vor allem auf Robustheit und Gebrauchstauglichkeit ausgelegt sein“. Martin Gerster, Bundestagsabgeordneter der SPD und ehrenamtlicher Präsident der THW-Bundesvereinigung, schließt sich dieser Argumentation an. „Wir haben auf Bundesebene die finanziellen und strukturellen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Bevölkerungsschutz zukunftsfähig aufgestellt wird. Denn klar ist: Sicherheit geht vor“, betont der Haushaltspolitiker und Zivilschutzexperte.
Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen
Damit das gelingt, müssen auch die Kommunen, in deren Trägerschaft die Feuerwehren stehen, mitgenommen werden. „Die Herausforderungen steigen, gleichzeitig erwarten Kommunen Orientierung und Unterstützung. Entscheidend ist insofern ein funktionales Zusammenspiel zwischen Bund, Ländern und Kommunen“, sagt Klaus Wickboldt, Referatsleiter Brandschutz im Niedersächsischen Innenministerium. Auf die Komplexität und Vielfalt heutiger Einsätze und künftiger Szenarien macht der Deutsche Feuerwehrverband aufmerksam. „Ohne moderne Technik und verlässliche Ausstattung geraten selbst hervorragend ausgebildete Einsatzkräfte an ihre Grenzen“, warnt Verbandspräsident Karl-Heinz Banse. Wie wichtig es in dieser Frage ist, dass Regularien und Normen mit dem technischen Fortschritt mithalten, erläutert Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes: „Risiken verändern sich weit schneller als Regularien. Wenn wir den Katastrophenschutz zukunftsfest machen wollen, müssen wir Innovation, Normung und Gesetzgebung besser und vor allem zügiger miteinander synchronisieren. Entscheidend ist, dass wir deutlich schneller werden, insbesondere in der Digitalisierung“, sagt der Brandschutzprofi.
Großes Potential zum Bürokratieabbau
Der Anspruch, effektiv Vorsorge zu leisten, eint alle Beteiligten. „Unser Auftrag ist es, die Feuerwehren in jeder Dimension, in jedem Handlungsfeld zu ertüchtigen. Das geht aber nur gemeinsam mit Kommunen, Politik und Industrie. Dabei müssen wir auch an Prozesse im Vergabe- und Ausschreibungsrecht ran, das viel zu kompliziert geworden ist. Hier gibt es ein großes Potential zur Vereinfachung und Entbürokratisierung – mit nennenswertem Nutzen für den Mittelstand“, resümiert Kristeller.
Haben Sie noch Fragen? Christoph Götz, Telefon 069 6603 1891, christoph.goetz@vdma.eu, beantwortet sie gerne.
Der VDMA vertritt 3600 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 900 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.