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Förderkreis des Deutschen Feuerwehrverbandes feiert Jubiläum / Tagung in Berlin

Berlin – „Ich danke allen Menschen, die dieses Gremium gegründet und erweitert haben und es stetig mit Leben füllen!“, erklärte Dr. Christian von Boetticher, Vorsitzender des Förderkreises des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), bei der Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Jubiläums in Berlin. DFV-Präsident Karl-Heinz Banse freute sich über die große Zahl der Mitglieder und begrüßte gemeinsam mit Dr. von Boetticher das 112. Mitglied des Unterstützergremiums. Der „Förderkreis des Deutschen Feuerwehrverbandes e.V.“ unterstützt den Deutschen Feuerwehrverband als den Spitzenverband des deutschen Feuerwehrwesens, der die Interessen des deutschen Feuerwehrwesens auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene vertritt.

Zuvor hatte die Mitgliederversammlung des Förderkreises stattgefunden. Im letzten Jahr waren 15 Personen und Unternehmen dem Gremium beigetreten, in diesem Jahr gab es zum Zeitpunkt der Berichterstattung bereits acht neue Mitglieder. „Es ist gar nicht groß genug wertzuschätzen, welchen Beitrag Sie alle für die Arbeit des DFV leisten“, dankte Christoph Hampel als stellvertretender Vorsitzender im Rahmen der Sitzung. DFV-Präsident Karl-Heinz Banse betonte die Bedeutung: „Sie sind für uns eine nicht mehr wegzudenkende Einrichtung. Die Unterstützung, die wir durch Sie erhalten, ermöglicht dem DFV zusätzliche Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten.“ Seit seiner Gründung finanziert der Förderkreis an den Deutschen Feuerwehrverband jährlich deutliche Unterstützungsbeiträge für dessen satzungsgemäße Zwecke. Aktuell steht die Unterstützung des Deutschen Feuerwehr-Museums in Fulda besonders stark im Fokus.

In der sich anschließenden Tagung des Beirats des Deutschen Feuerwehrverbandes führte DFV-Präsident Banse in Vertretung der verhinderten Beiratsvorsitzenden und ehemaligen Bundesministerin Claudia Crawford durch die Veranstaltung. Der Beirat des Verbandes besteht aus 150 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie beraten den DFV, stellen Kontakte her und unterstützen insbesondere Projekte – im vergangenen Jahr so etwa den Deutschen Jugendfeuerwehrtag, den Berliner Abend und die Verbandspräsenz beim Sommerfest des Bundespräsidenten. „Aktuell beschäftigt uns hier besonders die Lobbyarbeit im Zivilschutz“, erklärte Banse.

Mit weiteren drängenden und aktuellen Problemen befassten sich drei Fachvorträge im Rahmen der Tagung. Thomas Wittschurky, Leiter des Fachbereichs Sozialwesen des Deutschen Feuerwehrverbandes, stellte die Ergebnisse der Studie zu „Gewalt gegen Einsatzkräfte“ vor, die der DFV gemeinsam mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung durchgeführt hatte. „49,5 Prozent der Teilnehmenden hatten als aktives Feuerwehrmitglied in den vergangenen zwei Jahren bereits Gewalt in Form von Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen oder tätlichen Angriffen erlebt. Es handelt sich demnach um ein massives Problem, das – leider – zum Einsatzalltag der Feuerwehrkräfte dazugehört“, erläuterte er. Wittschurky formulierte fünf Kernbotschaften: Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein massives Alltagsproblem. Verbale Gewalt dominiert. Täterinnen und Täter sind überwiegend Einzelpersonen ohne Alkohol- oder Drogeneinfluss. Es gibt keine Vorhersehbarkeit der Taten. Die Opfer haben Respektlosigkeit und mangelnde Wertschätzung als besonders belastend erlebt. Umfangreiche Informationen zur Umfrage und zum Thema allgemein stehen unter https://www.feuerwehrverband.de/kampagnen/keine-gewalt/ online.

Psychologe Ahmad Mansour beschäftigte sich mit der Frage „Woher kommt der Hass auf Einsatzkräfte?“ und stellte zunächst klar, dass es in einer demokratischen Gesellschaft nicht zu akzeptieren sei, dass Menschen Rettungskräfte gezielt angreifen. „Die Zuverlässigkeit der Hilfe ist ein Grundpfeiler der Gesellschaft“, erklärte er. Mansour erläuterte, dass das Vertrauen in uniformierte Personen in bestimmten Gruppen massiv abgenommen habe. „Eine bestimmte Gruppe, vor allem unter Jugendlichen, verachtet unseren Rechtsstaat. Sie sind patriarchal sozialisiert und respektieren die Einsatzkräfte nicht“, gab er Einblicke in eine Parallelgesellschaft, in der Integration als Risiko wahrgenommen werde. „Wenn die Menschen unter sich bleiben, entsteht Ablehnung – vor allem gegen Repräsentanten der Mehrheitsgesellschaft“, so Mansour. Wer sich sprachlich nicht ausdrücken könne, habe die Tendenz, aggressiver zu reagieren, sagte er auch mit Blick auf seine Anfangszeit in Deutschland. Zentrale Aufgabe der Feuerwehr müsse es sein, Menschen mit Migrationshintergrund für das Engagement zu begeistern.

Dr. Alexander Beck, Feuerwehr-Führungskraft und Experte für Cybersicherheit, sensibilisierte die Beiratsmitglieder mit einem Einblick in die Cyber Security und dessen Bedeutung für die Feuerwehren. Anhand von konkreten Szenarien wie etwa der Drehleiter, die im Einsatz nicht mehr nach oben, sondern nur noch nach unten fährt, erläuterte er, welche möglichen Bedrohungen es angesichts immer stärkerer Digitalisierung geben kann. Beck stellte die unterschiedlichen Zugangsmöglichkeiten der Cyberkriminialität wie Erpressung von Personen oder Ransomware vor. „Wenn ich die eigentlich sichere Infrastruktur richtig anwende, sind die Vorkehrungen auch ausreichend“, betonte er. Um Feuerwehren einen niedrigschwelligen Einstieg in die Informationssicherheit zu schaffen, haben der DFV und das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik jüngst Checklisten veröffentlicht, mit denen mit wenig Aufwand der Stand der Informationssicherheit in den Feuerwehren und Leitstellen erhoben, umzusetzende Anforderungen identifiziert und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Informationen hierzu stehen unter https://www.feuerwehrverband.de/informationssicherheit-bei-feuerwehren-und-in-leitstellen-schuetzen/ zur Verfügung.

Bilder der Tagungen stehen unter https://www.feuerwehrverband.de/presse/bilder/ zur Verfügung. Informationen zum Förderkreis gibt es unter https://www.feuerwehrverband.de/dfv/netzwerk/. Informationen zum Beirat stehen unter https://www.feuerwehrverband.de/dfv/organe/ online.