Demokratisches Bewusstsein in die Bevölkerung bringen: Feuerwehrverbände bei der 15. „NAH DRAN“-Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung
Im großen Kongresshotel am Templiner See in Potsdam-Pirschheide fand im September zum wiederholten Male die „NAH DRAN“-Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) statt. Eingeladen waren Projekte, Dienstleister und Politische Bildungsträger im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (Z:T), darunter fünf Landesfeuerwehrverbände und der DFV.
Im Hotelsaal begrüßte Dr. Volker Ullrich, Vizepräsident und derzeit Leiter der bpb. Er betonte die Wichtigkeit der Zivilgesellschaft für den Zusammenhalt der Bevölkerung („Was wäre unser Leben ohne die Feuerwehrfeste?“). Sie müssten zum einen parteipolitisch neutral und zum anderen klar an den Werten des Grundgesetzes orientiert sein. Dann ging er auf das Tagungsthema Generationengerechtigkeit ein.
Fragen aus dem Publikum zielten etwa auf die Absicherung von Kofinanzierungen durch die Bundesländer unter anderen politischen Vorzeichen. Zudem forderte Volker Arp, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes Schleswig-Holstein, einen Bürokratieabbau im Z:T-Programm. Die lange Antragsbearbeitung würde die Projekte blockieren, Stellen und damit die wichtige Arbeit unsicher machen. Dr. Volker Ullrich versprach hierzu Austausch mit der bpb.
Im Anschluss sprach Prof. Dr. Claudia Neu vom Lehrstuhl „Soziologie ländlicher Räume“ an den Universitäten Göttingen und Kassel über das Zusammenwirken verschiedener Generationen im zivilen Engagement. Jugendliche müssten hier stärker eingebunden und gehört werden. Viele ältere Menschen würden die wachsende Einsamkeit und mangelnde Repräsentanz der Jüngeren ignorieren. Für die Projektengagierten gab es auf der Tagung dazu verschiedene Austauschformate.
Gegen Abend diskutierten Vertreter und Vertreterinnen verschiedener Organisationen über den Rechtsruck in der Bevölkerung und wie diesem zu begegnen wäre. Petra Riemann, Geschäftsführerin des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen, betonte die Polarisierung der Meinungen in der Feuerwehr als Herausforderung, die aber zu meistern sei. Dafür müsse man schnell auf Konflikte reagieren; über neue extremistische Symbole, Parolen und Begriffe aufklären und in der Nachwuchsarbeit die Werte der Feuerwehr stark machen.
Am Folgetag ging es für die Landesprojekte um Zielgruppenerreichung und erzählerisches Weitergeben von Inhalten. Währenddessen planten die Landeskoordinierungsstellen und Begleitenden Maßnahmen des Programms gemeinsame Aktionen. So wird für die Verbände im Herbst ein neuer Z:T-Podcast veröffentlicht und eine digitale Plattform für Schutzkonzepte auf den Weg gebracht.
Mehr zur Demokratie- und Vielfaltsarbeit von DFV und Landesfeuerwehrverbänden unter:
https://www.feuerwehrverband.de/kampagnen/faktor-112/